AS GEHEIMNIS unserer Kraft ist die Erkenntnis unserer Bedürftigkeit. Wenn wir unsere eigene Unzulänglichkeit fühlen, dann kann Gott in uns wirken, damit wir das tun können, was er will. Wenn wir das Stadium der Hilflosigkeit empfinden - was sollen wir dann tun? Aufgeben? Sich selbst bemitleiden? Oder sollen wir die Tür öffnen durch Gebet und den Herrn einlassen, um Ihn in uns wirken zu lassen?
Jesus belehrt uns, daß Beten nicht Betteln sein soll. Nicht dazu beten wir, um Gott unsere Wünsche bekanntzugeben. Wenn Gott uns als seine Kinder angenommen hat, so dürfen wir sicher sein, daß "unser Vater weiß, was wir benötigen, ehe wir ihn bitten". Er weiß nicht nur, was wir bedürfen, sondern auch, was uns heilsam ist und zu unserem Frieden dient.
Wenn wir einen Mangel fühlen, wenn etwas uns ängstigt oder bedrückt, dann ist damit nicht gesagt, daß etwas nicht in Ordnung ist. Es kann ganz anderswo fehlen, als wir meinen.
Meist fehlt es uns an Verständnis für den Willen des Vaters, für den Sinn und Zweck der väterlichen Überwaltung. Und in jeder Not und jeder Unruhe, in jeder Beängstigung und Prüfung ist nichts so (Not)wendig wie die Herstellung einer Verbindung mit dem Vater durch den heiligen Geist. Nur die Erhellung unseres Dunkels, unserer Unwissenheit über das, was uns e i g e n t l i c h fehlt, vermag unseren Frieden wiederherzustelllen und unserem Unbehagen ein Ende machen. Darum rät uns unser Herr, um nichts so dringlich zu bitten wie um den heiligen Geist. Wenn wir diese Gabe empfangen, dann bedürfen wir nichts anderes mehr und nichts Besseres. Der Geist offenbart uns dann, daß der Vater bereits für unsere Bedürfnisse gesorgt hatte, ehe wir ihn darum baten. Aber wir hatten es nicht erkannt.
Und die Bitte um den Geist fällt dem Vater nie lästig. Er freut sich, wenn wir darum bitten und keine überflüssigen Wünsche vollbringen. Ja, es ist uns verheißen, daß der Vater immer diese Bitte erhören wird. So, wie ein irdischer Vater, den sein Sohn um Brot bittet, nicht so hart wäre, diese Bitte unerfüllt zu lassen oder dem Kind einen Stein zu geben, so sicher - nein, noch viel unfehlbarer - wird der himmlische Vater seinen Kindern, die ihn um den heiligen Geist bitten, diesen geben. - s. Luk. 11:11-13
Wir dürfen Gott an seine Verheißungen erinnern; wir sollen Ihn beim Wort nehmen. Es ist weder ehrfurchtsvoll noch gläubig, wenn wir meinen, daß es dem Allmächtigen nicht ernst sei mit dem, was er verheißt. Mit solcher "Bescheidenheit" ehren wir den Vater nicht. Die Antwort auf Gottes Verheißung kann nur G l a u b e sein.
U n d - aus dem Herzen kommender Dank! Auch dazu dient das Gebet, daß wir Gott unseren Dank bekunden für alle Gaben zur Erhaltung unseres geistigen und irdischen Lebens. D a n k sollte das erste Anliegen unserer Gebete sein. Es wäre ein Unglück, wenn wir über dem Danken das Bitten ganz vergäßen. Denn durch den Dank wird die Bitte oft schon überflüssig. Dem Dankenden fließt schon so viel Friede, Beruhigung, Zuversicht und Vertrauen ins Herz, daß seine Bedürfnisse gar nicht mehr im Vordergrund seines Bewußtseins liegen.
Schon mit der Vergegenwärtigung dessen, was man vom Vater empfangen hat an Gaben, an Vergebung, an Gnade, an Vorrechten und Frieden, wird der heilige Geist in unseren Herzen lebendig. Und wenn wir jetzt bitten, so haben wir die rechten Bitten , d i e Bitten, "die wir von ihm erbeten haben". - 1. Joh. 5:15
Und diese erhört Gott mit Wohlgefallen. Die Bitten um Mehrung des Glaubens, um Überwindungskraft, um Ausharren in Treue und um wahre Einsicht und Erkenntnis dessen, was ein wohlgefälliges Wandeln vor Gott ermöglicht - diese fallen dem Vater nie lästig. Und das alles läßt sich mit wenigen und einfachen Worten vor den Vater bringen.
Vergessen wir nie: Anbetung ist die Übergabe des eigenen Ichs an Gott! Es ist ein Lebensstil, eine grundlegende Loyalität, ein totaler, aber freudiger gehorsam von ganzem Herzen und ganzer Seele dem Vater gegenüber. Wir können Gott nicht anbeten, wenn wir ihm bewußt ungehorsam sind. Damit Anbetung unser Leben prägen kann, brauchen wir Zeiten, in denen uns die Weisheit, Allmacht, Gerechtigkeit und Liebe Gottes bewußt wird. Deshalb ist Anbetung so wichtig. In dieser Zeit geht es nicht um Bitten, die wir an Gott haben, auch nicht um Dank für das, was er für uns getan hat, sondern um das sich Beschäftigen mit Gott selbst.
Möge nun Gott mit uns sein, in unseren Prüfungen, in unseren Siegen, in Zeiten der Not und in Zeiten der Freude. Ja, möge Gott in jeder Erfahrung des Lebens immer mit uns sein, bis wir ihm von Angesicht zu Angesicht begegnen. Durch seinen Rat leite er dich. Unter seiner Flügel Schutz berge er dich. Das tägliche Manna schenke er dir. Wenn des Lebens Gefahren Dich umgeben, legt er seinen Arm unfehlbar um dich. Er läßt sein Banner über dir wehen. Er schlägt die drohenden Todeswogen vor dir.
"Die Gande des Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen!" - 2. Kor. 13:13