„ Herrlichkeit Gott in der Höhe,
und Friede auf Erden
in den Menschen des Wohlgefallens!"
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- Luk. 2:14
IE AUS WEITER Ferne klingen Lieder von Frieden und Freude und einem Erretter in unsere kleine persönliche Welt und wollen unsere Stimmung zu Dankbarkeit und Hoffnung hingeben. Und nur zu gern möchten wir ihrem Klang folgen, möchten erleben, daß alle Sorgen, Bedenken, Ängste zu nichts werden in dieser einen Nacht der Herrlichkeit, die uns aus alten Überlieferungen vor Augen steht; wollen die Verheißung für uns in Anspruch nehmen, "die allem Volk widerfahren soll".

Für manchen ist es nicht leicht, in unserer heutigen Zeit glaubensvolle, kindliche Freude über jenes Geschehen vor nunmehr zweitausend Jahren zu empfinden. Ginge es uns nicht auch so, wenn wir nicht wüßten, wer in jener Nacht als kleines Menschenkind geboren wurde? Wenn wir nicht wüßten, daß er sich aus höchsten Höhen erniedrigen ließ, um der Erretter der Welt zu werden? Wenn wir nicht dem Prophetenwort glaubten, das seine vorherige Stellung bei dem Allmächtigen so beschreibt:

"Jhwh Gott besaß mich im Anfang seines Weges, vor seinen Werken von jeher. Ich war eingesetzt von Ewigkeit her, von Anbeginn, vor den Uranfängen der Erde. Als er die Himmel feststellte, war ich da, als er einen Kreis abmaß über der Fläche der Tiefe; als er die Grundfesten der Erde abmaß: da war ich Schoßkind bei ihm, und war Tag für Tag seine Wonne, vor ihm spielend allezeit." (Spr. 8:22-30)

Dieser ist es, der Mensch wurde, den Johannes beschreibt: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war ein Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles wurde durch ihn, und ohne ihn wurde auch nicht eines, das geworden ist." (Joh. 1:1-3)

Wie der Allmächtige ihn, den Logos oder das Wort, einst aus Liebe hervorgebracht hatte, so wurde nun aus Liebe eine Wandlung vollzogen. Was der jungen Maria von einem Engel verkündet worden war, daß sie einen Sohn empfangen und auf die Welt bringen sollte, geschah. Nach einer beschwerlichen Wanderung von Nazareth in Galiläa hin zu Davids Stadt Bethlehem gebar sie "ihren erstgeborenen Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war."

"Und es waren Hirten in der gleichen Gegend, die auf freiem Feld blieben und in der Nacht Wache hielten über ihre Herde. Und siehe, ein Engel des HERRN stand bei ihnen, und die Herrlichkeit des HERRN umleuchtete sie, und sie fürchteten sich mit großer Furcht. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird; denn euch ist heute, in Davids Stadt, ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr. Und dies sei euch ein Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Und plötzlich war bei dem Engel eine Menge der himmlischen Herrscharen, welche Gott lobten und sprachen: Herrlichkeit Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, in den Menschen des Wohlgefallens!"

Dann verschwanden die Engel, und die Hirten machten sich auf, dieses Geschehen besprechend, um das Kind zu suchen. "Und sie kamen eilends und fanden sowohl Maria als Joseph, und das Kind in der Krippe liegend." Und sie gingen hin und verkündigten, was sie gehört und gesehen hatten.

Das war eine bewegende Kunde im Lande Judäa, zumal das jüdische Volk auf Grund bestimmter Ereignisse zu dieser Zeit in Erwartung des verheißenen Messias war, der ihr König und Erretter werden sollte.

Nun wurde dem Volk der Messias verkündet, von welchem der Maria bereits neun Monate zuvor deutlich gesagt worden war: "Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und der HERR, Gott, wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird über das Haus Jakobs herrschen ewiglich, und sein Reich wird kein Ende haben. (Luk. 1:32-34)

Das waren Worte, die Hoffnung und Erwartung erweckten, Worte, die Maria in ihrem Herzen bewahrte, die das Volk aber nach und nach gänzlich vergaß. Inzwischen sind zweitausend Jahre vergangen. Und wieder ist das Volk Israel in Erwartung des Messias. Und wir, wir dürfen erkennen, wie damals die Hirten, daß der Erretter Israels und der Welt wirklich in jener Nacht geboren wurde - um ein Werk zu vollenden, daß er, "wiederum in den Erdkreis eingeführt", die Herrschaft an sich nimmt, ja, daß er es ist, der heute "dem Israel das Reich wiederherstellt." (Hebr. 1:6; Apg. 1:6,7)

Und weil wir dieses jetzt in Erfüllung gehen sehen, es sehen dürfen, während Israel selbst und die Welt im allgemeinen es nicht oder kaum bemerkt, können wir uns mit noch größerer Freude jener Geburt in heiliger Nacht vor so langer Zeit erinnern - und fühlen wie die Hirten, die Gott verherrlichten und lobten.

So stimmen auch wir voll Dankbarkeit in den Gesang der Engel ein: "Herrlichkeit Gott in der Höhe und Frieden auf Erden, in den Menschen des Wohlgefallens!"




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