HWH, DER ALLMÄCHTIGE, ist für alle Schöpfung des Himmels und der Erde eine unversiegbare Quelle des Lebens und der Segnungen. Er ist der Urheber des Planes der Erlösung für alle Menschen; und diesen Plan führt er aus durch seinen einziggezeugten Sohn, unseren Herrn Jesus Christus.    

Wenn wir die Großartigkeit der Versöhnung mit Gott und das Sündopfer erfaßt haben, wird sich auch die Liebe und Verehrung für den, den unser Himmlischer Vater als Versöhner für unsere Vergehungen geschickt hat, immer mehr vertiefen.

Wir erkannten, daß Jesus schon als geistiges Wesen existierte, bevor er Mensch wurde. In seinem vormenschlichen Leben stellt uns der Apostel Johannes ihn als „das Wort", den „Logos" vor, als den in der ganzen Schöpfung verehrten Vertreter Gottes.    

Der Logos ist der Einzige der unmittelbar vom Himmlischen Vater hervorgegangen ist, während alles, was geworden ist, durch ihn geschaffen wurde. Von allen Gaben, die Gott den Menschen geschenkt hat, ist die größte die, daß er seinen Sohn als Heiland der Welt gab.

Vieles ist über Jesus geschrieben und gesagt worden. Er hat die Liebe des Himmlischen Vaters geoffenbart und ist zum Erlöser der sündigen Menschheit geworden. Während des ganzen Evangeliumszeitalters wurde diese Botschaft der himmlischen Liebe durch die wahren Nachfolger Jesu verkündigt. In ihrer Unvollkommenheit waren aber die Botschafter immer geringer als die Botschaft selbst.    

Unsere Worte - mögen sie noch so aufrichtig und tief empfunden sein - reichen nicht aus, um die moralische, geistige und physische Vollkommenheit dessen zu beschreiben, der der vornehmste Gast auf unserem Planeten war: der vollkommene Mensch Jesus Christus, der durch Gottes Gnade den Tod für uns alle geschmeckt hat. Wir haben das Vorrecht, diese himmlische Gnade und diese geistigen Werte zu erkennen - und der Gegenstand des höchsten Vorhabens unseres Himmlischen Vaters zu sein.  Um dieses Ziel zu erreichen, erforschen wir demütig, methodisch und unablässig die Heilige Schrift. Sie enthüllt uns das Bild von Gottes geliebtem Sohn und seinen Charakter, dessen Ähnlichkeit wir nacheifern wollen und müssen.

Der große Apostel Paulus beschreibt uns in seinen verschiedenen Briefen mit einer rastlosen Sorgfalt den erhabenen Charakter Jesu, sowie auch die verschiedenen Stufen der Entwicklung der Neuen Schöpfung.  In seinem Brief an die Hebräer (Kap. 12:2) finden wir eine lebenswichtige Voraussetzung für den geistigen Fortschritt in unserem Leben: „... hinschauend auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens." Hier lesen wir, dass wir unsere Augen immer auf unseren Herrn richten sollen.    

Ein vollkommenes Beispiel    

Warum wird uns geraten, auf Jesus hinzuschauen? Weil er das einzige Beispiel der Vollkommenheit ist - das Vorbild, auf das wir zugehen sollen.  Manchmal haben wir auf unserer Wanderung durch das Tal des Todesschattens - in den Trübsalen, Schwierigkeiten und Erfahrungen des geweihten Lebens - auf Glaubensgeschwister geschaut. Wir haben deren Unvollkommenheit bemerkt, und vielleicht sind wir auf den Gedanken gekommen, daß unser geistiger Zustand besser sei als der ihre.

Aber wenn wir auf Jesus hinschauen, wissen wir, daß n u r er als Mensch heilig, unschuldig und ganz anders als die Sünder war. Dann werden wir sogar die vielen Unvollkommenheiten in uns selbst feststellen. Wir denken, daß der Apostel Paulus sich darauf beruft, wenn er m 2. Kor. 3:18 sagt:    

„Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht."  Wir wollen hier diesen Text nicht im Detail analysieren. Laßt uns aber bemerken, daß die Selbstverleugnung und die Verachtung unseres alten Charakters, wie auch unsere geistige Gestaltung und Entwicklung, sich durch die Kraft des Geistes von Herrlichkeit zu Herrlichkeit in uns vollenden werden. Doch kann dies nur geschehen, wenn wir auf das Bild, auf den erhabenen Charakter unseres Herrn Jesus, hinschauen.  

Wie schwerwiegend sind doch diese Ratschläge für uns! Leider werden sie von manchen unter uns nicht genug beachtet! Wollten wir nur von Zeit zu Zeit - oder oberflächlich - auf Jesus blicken, dann wäre es kein Wunder, wenn es uns wie dem Apostel Petrus ginge, als der Herr ihn auf dem stürmischen See Genezareth zu sich rief. Wir lesen darüber in Matt. 14:30,31:  „Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich; und als er anfing zu sinken, schrie er und sprach: Herr, rette mich! Alsbald aber streckte Jesus die Hand aus, ergriff ihn und spricht zu ihm: Kleingläubiger, warum zweifelst du?"

Wie wachsam sollten wir sein, unsere Blicke nicht durch das Meer unserer irdischen Ängste und Bedrängnisse vom Herrn abziehen zu lassen, damit nicht unser sich stets aufbäumender alter Wille die Oberhand gewinnt, und wir die feine und zarte, aber trotzdem ernste Ermahnung des Herrn vernehmen müssen: „Kleingläubiger, warum zweifelst du?"

Laßt uns nun jeden Tag trotz aller Schwierigkeiten nach diesem Beispiel und nach diesem Ziel laufen: Jesus Christus. Laßt uns diese besondere Gnade hochhalten, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden. - s. Phil. 1:29

Das sollte unser Hauptgedanke sein. Trotz all unserer Mängel und Schwachheiten wollen wir bemüht sein, dem nachzufolgen, der uns ein so wunderbares Beispiel gegeben hat in Geduld, in Liebe, im Ertragen - und nicht zuletzt im Gehorsam.

„Daher, heilige Brüder, Teilhaber der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus, der treu ist dem, der ihn bestellt hat, wie es auch Moses war in seinem ganzen Hause."  - Hebr. 3:1,2    
„Laßt und hinschauen auf Jesus“
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Hebräer 12:2