AS SIND WORTE unseres Herrn, die er bei seiner ersten Gegenwart an seine treue Jüngerschar richtete.
Der aufmerksame Beobachter des heutigen Weltgeschehens sieht in dieser Ankündigung einen deutlichen Fingerzeig auf die bevorstehende gewaltige Weltenwende.
Und wieder einmal hat ein neues Jahr begonnen. Und diesesmal ist es etwas ganz Besonderes. Wir treten in ein neues Jahrtausend ein. Ein Jahrtausendwechsel, wie wir ihn gerade erleben durften kann zu Recht als historisches Ereignis bezeichnet werden. Nur wenigen Generationen ist so etwas vergönnt.
Wir alle kennen die vielerlei Zeichen, die unser Herr -- auf das Weltende hinweisend -- nannte. Wir brauchen nur Augen und Ohren zu öffnen, um zu erkennen, daß wir mitten in der Erfüllung all dieser vorausgesagten Ereignisse stehen.
Wachet nun, zu aller Zeit betend, auf daß ihr würdig geachtet
werdet, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen, und vor dem Sohne
des Menschen zu stehen." Dieser 36. Vers in Lukas 21 ist die Quintessenz oder
der Schwerpunkt jenes Gleichnisses, und wir denken dabei an ein Wort unseres
großen Gottes Jhwh, das er vor langer Zeit durch seinen Propheten hat
verkünden lassen: Das Frühere, siehe, es ist eingetroffen,
und Neues verkündige ich: ehe es hervorsproßt, lasse ich es euch
hören." - Jes. 42:9
... daß ihr würdig geachtet werdet, diesem allem, was im Begriffe ist, zu geschehen (s. Fußn. Elberf. Übers.), zu entfliehen und vor dem Sohne des Menschen zu stehen." Hier ist von einer großen Gnade die Rede, die den Getreuen des Herrn, die in der Weltenwende leben, geschenkt werden soll; von der Gnade, der Zusammenballung des Bösen (der Ernte dessen, was der Mensch gesät hat) zu entgehen, und mit dem geliebten Herrn vereint zu werden.
Dieses -- und die Worte Jesu aus Luk. 21:25-27 -- lassen sich auf keine andere Zeit auslegen als auf die, in der wir heute leben: In der Gegenwart des Herrn!
Siehe, ich komme WIE ein Dieb!" Auf die zuvor gegebenen Zeichen eingehend, schließt der Herr mit Worten der göttlichen Verheißung an die Überwinder dieses Zeitalters: Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blicket auf und hebet eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht." -Vs.28
Wir wollen hier nicht auf den katastrophalen Zustand unserer Welt eingehen. Jeder kennt ihn. Mit Ehrfurcht blicken wir auf zu unserem allweisen Gott, der das Ende aller Dinge längst voraussah, ehe er die Schöpfung ins Leben rief. Die Präzision, mit der die Weissagungen des göttlichen Wortes vor unseren Augen in Erfüllung gehen, bringt uns -- trotz des Schrecklichen, mit dem die Menschheit sich selbst belastet und an den Rand des Untergangs treibt -- Stunde für Stunde und Tag für Tag dem Reiche Christi entgegen, um dessen Aufrichtung seit 2000 Jahren jedes tiefgläubige Christenherz gefleht hat. Wenn ihr dies geschehen sehet, erkennet, daß das Reich Gottes nahe ist."
Wachet nun, zu aller Zeit betend...." Nicht tief genug können wir diese Mahnung in uns aufnehmen. Geschehen doch um uns und mit uns Dinge, deren Größe wir als kleine Menschen überhaupt nicht überblicken können. Gewaltige Geisteskräfte sind am Werk -- und das um der Menschenkinder willen, von denen die meisten, blind und taub", nur mit ihrem kleinen irdischen Gesichtskreis beschäftigt sind. Sie ahnen nicht einmal etwas von dem, was um ihretwillen in universale Bewegung geraten ist.
Die Selbstgefälligkeit des Menschen ist eine Illusion, aus der es ein unangenehmes Erwachen geben wird. Die Selbstverständlichkeit, mit der ein angenehmes Leben beansprucht wird, und die wiederum selbstgefällige Gedankenlosigkeit, mit der alle aufregenden Widerwärtigkeiten dem Wirken Gottes zugeschoben werden, zeugen von einer schon geradezu faszinierenden Ahnungslosigkeit.
Wachen und Beten!" Der Realist, der mit beiden Füßen im Leben steht", schaut mitleidig auf den weltfremden Schwärmer". Welch ein Geschenk aber hat der große Weltenlenker dem kleinen, unbedeutenden Beter" gemacht, der nichts anderes als sein ganzes Herz IHM, dem Allmächtigen, zu geben hat: das Geschenk der Einsicht in sein, des Schöpfers, Planen und Wirken. Durch den Einfluß des Geistes Gottes darf der Glaubende erkennen, von welch einer Fülle von Wundern er umgeben ist. Nichts ist selbstverständlich. Nichts kann beansprucht" werden. Immerfort umgibt uns die bewahrende und erhaltende Hand unseres großen Gottes. Seine heiligen Engel kämpfen für uns gegen die Scharen der Dämonen, die uns Schlingen legen und Gruben graben wollen, um uns zu Fall zu bringen.
Es werden uns die Augen geöffnet über die Schwachheit unseres Fleisches, das uns verführt, falsche Wege einzuschlagen -- Wege, auf denen wir ganz sicherlich umkommen müßten, wenn nicht die Barmherzigkeit Gottes uns erretten würde. Wie oft kommen wir in Situationen, aus denen wir keinen Ausweg sehen. Unser Himmlischer Vater aber findet ihn immer. Keinen Ausweg sehend, doch nicht ohne Ausweg (seiend)", sagt Paulus in 2. Kor. 4:8.
Viele wunderbare Dinge geschehen in unserem Leben; wir müssen sie nur beobachten lernen. Wenn wir dann sehend" geworden sind, erkennen wir nach und nach, daß wir nicht die Hälfte der Ursachen wahrnehmen, für die wir dem Vater im Himmel innige Dankbarkeit darzubringen hätten. Wir wissen, daß wir Gott alles schulden. Wie viel das allerdings ist, wird uns wohl erst in einer späteren Zeit voll bewußt, wenn wir imstande sein werden, unser Leben und seinen Verlauf aus einer höheren Perspektive heraus zu überblicken.
Laßt uns darum auch dieses Jahr in der Zeit des Endes des Evangeliumszeitalters mit dem sicheren Bewußtsein beginnen, daß es in unserem Leben nichts Selbstverständliches gibt, daß es fort und fort von unserem Himmlischen Vater überwaltet wird. Wenn wir im Gebet alle die Wohltaten aufzuzählen suchen, für die wir dem Herrn zu danken haben, dann strömt uns ein großer Segen zu. Darum auch ruft der Apostel aus: Beharret im Gebet und wachet in demselben mit Danksagung." (Kol. 4:2) Opfere Lob (Dank) und bezahle dem Höchsten deine Gelübde", sagt die Stimme des Propheten. - Ps. 50:14
Wachet nun, zu aller Zeit betend, auf daß ihr würdig geachtet werdet, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor dem Sohne des Menschen zu stehen!"
Der Herr schenke uns die Kraft, den Weg ihm entgegen in Wachsamkeit und ehrfürchtigem Ausharren fortzusetzen. Er bewahre uns in seiner Gnade.