Warum,

wenn es einen Gott gibt?


„Dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden auf dem ganzen Erdkreis, allen Nationen zu einem Zeugnis.“ - Matt. 24:14

ES IST Morgen. Ein neuer Tag unseres Lebens beginnt. Schnelles Frühstück, ein Blick in die Zeitung - und ab in die Arbeit.

Täglich das gleiche.

Andere wieder wären froh, wenn sie nur aufstehen und ihre Arbeit verrichten könnten; sie sind vielleicht ans Bett gefesselt, haben Schmerzen.

So viele Menschen, soviele Schicksale!

Die Medien übermitteln Aktuelles aus aller Welt. Es ist nicht viel Gutes, was wir da zu hören und zu sehen bekommen. Die Tageszeitungen berichten von politischen Unruhen, von Wirtschaftskrisen, Korruption, von Schlägereien, Drogensucht, Streiks, Aufständen, Kriegen, Raub, Mord, Terror, Naturkatastrophen und Seuchen. Der Bildschirm bringt uns Tod und Verderben ins Haus - bunt und in brutalster Form.

Ganz zu schweigen von dem moralisch-sittlichen Verfall einer Gesellschaftsordnung, deren Interessen fast nur noch nach außen gerichtet sind. Innere Werte sind kaum noch gefragt. Geld ist Macht, und Macht ist Freiheit - wie man meint: Das Bild unserer Zeit!

Da fragen Menschen, die sich noch den Glauben an einen allmächtigen Schöpfer bewahrt haben: „Aber WARUM - wenn es doch einen Gott gibt? Warum tut er nichts? Was hat das alles für einen Sinn? H a t dieses Leben überhaupt einen Sinn?“

Über diese Fragen haben schon viele kluge Leute nachgedacht. Viele Bücher sind darüber geschrieben worden, die Bibliotheken sind voll davon. Und - hat man eine überzeugende Antwort gefunden?
Wenn wir unsere Nachbarn, Freunde, Kollegen fragen, kann man nur sagen: Nein! So viele Menschen - so viele Antworten.
Gibt es überhaupt eine Antwort?

Ja! Es g i b t eine Antwort; nur - die meisten gehen an ihr vorbei. Sie ist im Grunde ganz einfach, mit wenigen Worten formulierbar. Aber manchen ist sie zu einfach; sie lächeln mitleidig über Simples und machen aus vielen klugen Worten viele kluge Bücher. Und die übrigen? Die nicken vielleicht mit dem Kopf und sagen: Jaja, so mag's sein, schön wär's! Und dabei bleibt es.

Es ist schwer zu begreifen, daß so viele in den Tag hineinleben, ohne sich Gedanken zu machen über ihr Woher und Wohin. Immerhin ist der Mensch doch eine so überaus diffizile Konstruktion, ein Wunderbau in seinen tausendfältigen Funktionen. Dazu ist er das einzige Lebewesen auf der Erde das fähig ist, selbständig zu denken, zu entscheiden und schöpferisch tätig zu sein: ein Individuum jeder einzelne, verschieden voneinander im Aussehen, im Denken, im Empfinden. Sollte dieses außerordentliche Wesen keine andere Bestimmung haben, als einige Jahre oder Jahrzehnte sich um seinen Lebensunterhalt abzumühen - die meisten in Not, unter Krankheiten und Plagen, die wenigsten in Luxus und Freuden? Alle aber letzten Endes für den Verfall, für die Vergänglichkeit?

Mit diesem Artikel wenden wir uns an jene, die sich ernstliche Gedanken um die Urfragen unseres Lebens machen. Wir werden eine kleine Reise durch die Bibel antreten. Sie wird uns zeigen, daß es einen Plan Gottes gibt, der das Warum und Wohin unseres Lebensweges erklärt. Und sie wird uns zeigen, daß nicht alles, was Menschen im Zusammenhang mit Gottes Wort gelehrt und vertreten haben, auch eine wahrhaftige Grundlage hat.

Warum die Schöpfungsgeschichte kein Märchen ist

Jeder weiß, was auf unseren Schulen und Hochschulen über die Entstehung des Menschen gelehrt wird. Der Mensch, heißt es, ist das Produkt einer Entwicklung aus dem Protoplasma. Er hat viele Zwischenstationen durchlaufen, ist auch einmal ein Affe gewesen und schließlich das geworden, was er heute ist: ein intelligentes, selbstdenkendes - ein hochentwickeltes Lebewesen.

Wenn es stimmt , was die Anhänger der Evolutionstheorie lehren, dann können wir die Suche nach dem Sinn unseres Lebens bereits als abgeschlossen betrachten. Es hat nämlich keinen Sinn. Der Mensch ist d a n n - was er täglich unter Beweis stellt - eine völlige Fehlentwicklung. Er wäre besser ein Affe geblieben; denn kein Tier handelt derart unvernünftig wie der Mensch.

Die Bibel lehrt anders. Sie sagt genau das Gegenteil: Der Mensch hat keine Aufwärtsentwicklung erfahren; er hat den Rückwärtsgang eingelegt.

„Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ -1. Mo. 1:31

Etwas Besseres als „sehr gut“ gibt es nicht. Demnach war der Mensch ohne Fehler; er war vollkommen. Was in diesem Zusammenhang aber an der Schöpfungsgeschichte besonders wichtig ist, sind die Worte im 1. Buch Mose Kap. 1 Vse. 26 und 27: „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen in unserem Bilde, nach unserem Gleichnis. Uund Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er ihn.“

Wie sieht Gott aus? Wir wissen es nicht. Gott ist Geist - der Mensch aber Materie, von irdischer Natur; diese ist nicht fähig, auch nur zu ahnen, wie die Natur eines Geistwesens beschaffen ist. Also kann dieses „Bild“ Gottes sich nicht auf Äußerlichkeiten bezogen haben.

Von einem gemalten Portrait wird gesagt, es sei sehr gut, wenn es das W e s e n des Abgebildeten in lebendiger Weise wiedergibt. Und so ist der Ausdruck „im Bilde Gottes“ nur zu begreifen, wenn wir den ersten Men-schen als ein aus Gottes Schöpferhand hervorgegangenes Wesens-Abbild Seiner selbst verstehen.

War deshalb der Mensch ein göttliches Wesen? Nein! Das Gott Ähnliche in ihm: Gerechtigkeit, Liebe und Weisheit waren die Merkmale seiner Persönlichkeit, die - in aller Vollkommenheit seiner begrenzten irdischen Natur - zum Ausdruck kamen. Und mit diesen Eigenschaften ausgestattet, gab Gott ihm auch die Macht, die Erde zu hegen, sie zu pflegen: über sie zu herrschen. Das war die Bestimmung des Menschen.

„Du hast ihn zum Herrscher gemacht über die Werke deiner Hände“ heißt es in Psalm 8:6. Ja, aber eben nur in der Gott-Ähnlichkeit, die er besaß: gütig, gerecht und weise.

Woher wissen wir, daß Gott nicht allein die Liebe, ja, daß er auch die personifizierte Gerechtigkeit, allumfassende Weisheit und Macht ist? Wir werden es nur erfahren, wenn wir das Warum unseres Lebens in dem Wort Gottes erkennen lernen, und begreifen, ein wie voll tiefer Weisheit und unendlicher Liebe durchdrungenes Planen Gottes unserem Lebensweg zugrunde liegt.

Wie viele Menschen können an einen liebenden Gott nicht glauben, weil sie nur immer auf das Geschehen auf Erden schauen und die mehr oder weniger unguten Werke ihrer Mitmenschen betrachten. Wäre es denn nicht das Nächstliegende, danach zu fragen: Für was oder wen ist die überwältigende Großartigkeit und Schönheit der Natur entstanden? Könnte es nicht sein, daß der Schöpfer sie aus Liebe für uns Menschenkinder gemacht hat, ihm und uns zur Freude und zum Ergötzen? -

Mit wieviel Ehrfurcht und Dankbarkeit gehen wir mit unserer Umwelt um? Gewiß - viele erfreuen sich von Herzen an den sie umgebenden Wundem der Natur, und hegen und pflegen sie mit Andacht und Hingabe. Wie viele aber erkennen Gottes Liebe, Macht und Weisheit in dem Geschaffenen?

Diese Frage scheint schon vor 2000 Jahren aktuell gewesen zu sein; denn der große Apostel Paulus schreibt da an die Giäubigen in Rom Folgendes: „Denn, was man von Gott erkennen kann, das ist unter ihnen (den Menschen) wohlbekannt. Gott selbst hat es ihnen kundgemacht. Sein unsichtbares Wesen - seine ewige Macht und göttliche Größe - läßt sich ja seit der Er-schaffung der Welt in seinen Werken deutlich wahrnehmen. Darum sind die Menschen auch ohne Entschuldigung, wenn sie trotz ihrer Erkenntnis Gottes ihm nicht als Gott Ehre und Dank dargebracht haben, sondern auf nichtige Gedanken verfallen und mit ihrem unverständigen Herzen in Finsternis geraten sind.“ - Röm. 1:19-21 nach der Albrecht-Übersetzung

Ja, warum tun die Menschen alles nur denkbar Törichte und Ungute, anstatt auf DEN zu schauen, dem sie das Leben verdanken? Denken wir an die vielen, vielen Religionen, die es in unserer Welt gibt (allein die Christenheit besteht schon aus mehr als 1000 Denominationen), an die vielen „Götter“, die da mit Inbrunst und Überzeugung angebetet werden! Fast jeder Mensch hat sein eigenes Gottesbild. Und weil der Allmächtige dies alles zuläßt, glaubt man nicht mehr, daß er allmächtig ist.

Warum greift Gott nicht ein?

Über die Freiwilligkeit

Zunächst eine Frage: Möchtest Du, als Elternteil von einem oder mehreren Kindern, lieber kleine Marionetten in die Welt gesetzt haben, die sich nach Deinem Willen entwickeln und dementsprechend handeln, oder ist es Dir doch lieber, Deinen Nachwuchs als selbstdenkende Persönlichkeit zu wissen, auch wenn er Dich manchmal bis an die Grenzen Deiner Kraft nervt und bekümmert?

Unser großer Schöpfer hat in der Erschaffung der Tierwelt eine überquellend bunte Vielzahl an mehr oder weniger vorprogrammierten Lebewesen auf die Erde gesetzt. Der Mensch - als die letzte Kreation in Gottes irdischem Schöpfungsakt aber - ist ein Wesen mit freiem Wi11en: ein entscheidungsfähiges, entscheidungsfreies Individuum.
Welche Konsequenz ergab sich daraus?

Daß Der, der dieses Geschöpf mit dem freien Willen erschaffen hat, diesem auch den freien Willen läßt.

An dieser Stelle ist eine kleine Abschweifung über das Wesen des freien Willens sicherlich des Nachdenkens wert.

Freiheit - was ist Freiheit? Gerade unsere Zeit liefert viele Beispiele von Freiheitsdrang und Freiheitsraub. Völker wollen „frei“ sein; darum machen sie Kriege. Gruppen junger Leute wollen ihre „Freiheit“ dadurch demonstrieren, daß sie Gegenstände zertrümmern, Mitmenschen überfallen und mit lautem Geschrei ihre freie Existenz in den Vordergrund manipulieren. Andere wieder machen sich „frei“ von sogenannten Konventionen und stellen in schamloser Weise zur Schau, was in der Tat mehr triebhaft „tierisch“ als menschen „würdig“ ist. Es gibt vielerlei Arten von „Freiheit“ in unserer menschlichen Gesellschaft. In Wirklichkeit aber sind es gar keine Freiheiten, sondern nur andere Zwänge, die in neue Abhängigkeit führen.

Wie konnte ein Apostel Paulus diesen Trend unserer Zeit so genau vorauswissen, wenn er nicht von Gott inspiriert worden wäre? Er schreibt: „In den letzten Tagen werden schlimme Zeiten kommen. Denn da werden die Menschen selbstsüchtig sein und geldgierig, prahlerisch, übermütig, schmähsüchtig, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, ausschweifend, roh, Feinde alles Guten, verräterisch, leichtfertig, verblendet; sie werden Lust und Vergnügen mehr lieben als Gott; wohl halten sie noch fest an den äußeren Bräuchen der Frömmigkeit, aber sie geben ihr keinen Einfluß auf ihr Leben.“ - 2. Tim. 3:1-5 nach der Albrecht-Übersetzung

Was aber ist Freiheit wirklich?

Freiheit ist etwas Eigenartiges; sie ist ohne Selbstdisziplin nicht denkbar, und - sie ist ohne Liebe nicht denkbar. Nutzt der Mensch die eigene Freiheit bedenkenlos aus, so beschneidet er dadurch die des anderen, und die Freiheit, die für alle gelten soll, ist nicht mehr vorhanden.

Weil es sich nun mit der Freiheit so verhält, sah Gott die Notwendigkeit gegeben, von seinen mit freiem Willen ausgestatteten Geschöpfen eine Rücksichtnahme zu fordern, die auf den Grundlagen der Gerechtigkeit und der Liebe aufgebaut ist; eine Rücksichtnahme, die einem jeden einzelnen die Gewähr auf Freiheit, Frieden und Glück sichert. Denn Gott, der der Urheber der wahren Freiheit ist, hat auch das Recht, die Grenzen der Freiheitsnutzung festzusetzen - zum Wohle aller.

So bestimmte der Schöpfer für seine bewußt denkenden Geschöpfe eine einfache, aber dringend notwendige Vorschrift: Gehorsam! Unbedingten Gehorsam seinen allein lebenerhaltenden Geboten gegenüber. Ein Widerspruch?

Ist Gott ein Despot? Welche Frage! Kann uns denn Besseres geschehen, als uns nach Gesetzen richten zu dürfen, die unser Leben in Gesundheit, Frieden und Freude ewig erhalten?


Aber gerade das ist es, was der Mensch und speziell der heutige Mensch - ablehnt: Abhängigkeit. Das moderne Streben nach Autonomie und „Selbstverwirklichung“ widersteht ganz offensichtlich einer demütigen Unterordnung unter einen höheren Willen. Was dabei jedoch unbeachtet bleibt, ist die unumstößliche Tatsache, daß wir mit jedem Atemzug von Dem abhängig sind, der uns die Luft zum Atmen gegeben hat.

Wie kann der Mensch von der Wichtigkeit göttlicher Vorschriften überzeugt werden? Er soll ja nicht gehorchen, weil es von ihm verlangt wird; daß wäre tatsächlich eine Beschneidung seiner persönlichen Freiheit. Nein, der Mensch soll aus Überzeugung wünschen, die Gebote Gottes zu befolgen, weil er ihre Notwendigkeit eins ieht und bejaht.

Den Wunsch zu haben, sich zu fügen, nicht dem Zwang zu folgen, sich fügen zu müssen - das macht frei.

Gott als der Schöpfer weiß, daß als Lehrmittel einmal die Unterweisung, dann die eigene Anschauung, und schließlich die eigene Erfahrung in Frage kommen. Durch Anschauung konnte das erste Menschenpaar nicht lernen, weil es noch keinen Ungehorsam gab, den es hätte beobachten können. Darum gab Gott als erstes seine Unterweisung.

„Du sollst nicht....“

Wir wollen hier nicht auf jede Einzelheit des Schöpfungsberichtes eingehen; das liegt nicht im Rahmen dieser kleinen Studie. Es genügt, zuerst einmal auf die einzige Richtlinie hinzuweisen, die Gott dem ersten Menschen gab: „Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon sollst du nicht essen; denn welchen Tages du davon issest, wirst du gewißlich sterben.“ (wörtl.: „sterbend wirst du sterben.“) - 1. Mos. 2:16,17
Warum diese harte Alternative?

Wenn Gottes Gesetze lebenerhaltend sind, dann muß ein Zuwiderhandeln logischerweise lebenzerstörend wirken. Es ist Gottes absolute Gerechtigkeit, die ein Ja oder Nein fordern muß.

„Mein Sohn, merke auf meine Worte, neige dein Ohr zu meinen Reden.
Laß sie nicht von deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens.
Denn LEBEN sind sie denen, die sie finden und Gesundheit ihrem ganzen Fleische.
Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist;
denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens.“
- Spr. 4:20-23

„Wer das Gebot hält, wird nichts Böses erfahren.“ (Pred. 8:5) Hielt Adam sich an die göttliche Richtlinie? Nein, er hielt sich nicht daran, wie wir wissen. Es ging hier nicht um einen Apfel. Wer die Schöpfungsgeschichte belächelt, versteht ihre Tiefen nicht. Im Anfang der Menschheit geschah Entscheidendes; und hier liegt auch die Antwort auf die Frage: „Warum, wenn es einen Gott gibt?“

Die Entscheidung

Gott ist Geist. Er spricht zu uns durch sein Wort in Bildern, die jeder Mensch, ob gebildet oder ungebildet, verstehen kann. Aber - wir sollten auch lernen, in der Bildersprache die geistige Substanz zu erkennen, die hinter diesen Bildern steht.

In jenem Geschehen, über das die wenigsten sich die Mühe machen, ernstlich nachzudenken, liegt der ganze tragische Verfall des menschlichen Geschlechts. Hier geht es um den Vertrauensbruch zwischen Geschöpf und Schöpfer. In der wundervollen harmonischen Ich-Du-Gemeinschaft des mächtigsten Wesens im ganzen Universum und seinem geliebten Menschensohn entstand ein tiefer, zunächst unüberbrückbarer Riß. Und wodurch? Durch Zweifel. Durch Zweifel in die absolute Wahrhaftigkeit des Lebengebers.

Lesen wir doch einmal, was im 1. Mos. 3:1 geschrieben steht: „Und die Schlange ... sprach zu dem Weibe: Hat Gott wirklich gesagt ...?“ Ein kleiner, feiner Vorstoß des Versuchers, um die Aufmerksamkeit auf das Verbotene zu lenken. Und dann, als ihm die tatsächliche Rechtsgültigkeit des Verbotes bestätigt wird, greift er Gottes Wahrhaftigkeit mit einer kaltblütigen Lüge an: „Mit nichten werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, daß - welchen Tages ihr davon esset, eure Augen aufgetan werden, und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses.“ - Vs. 5

Wer sich hinter der Darstellung der „Schlange“ versteckte, (die meisten wissen es), und woher der Versucher kam, und wie es möglich war, daß er überhaupt in die Schöpfung eintrat, ist ein Thema für sich. Der Allmächtige hat ihn jedenfalls als vollkommenes Wesen erschaffen, wie alles vollkommen ist, das aus seiner Schöpferhand hervorgeht.
Lesen wir noch den 6. Vers: „Und das Weib sah, daß der Baum gut zur Speise, und daß er eine Lust für die Augen, und daß der Baum begehrenswert wäre, um Einsicht zu geben.“ Hier spielt sich eine ganze Skala von Empfindungen ab, die schon vor der eigentlichen Tat den Keim des Widergöttlichen in sich trägt.

Eva sah den „Baum“, den sie doch gut kannte, auf einmal mit den Augen des Zweifelsetzers. Und diese Gott entgegengesetzte geistige Sicht erzeugte in ihr sofort Gedankengänge und Gefühle, die die Reinheit und Schönheit ihres Gott ebenbildlichen Charakters verunstalteten.

„Und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Manne mit ihr-und er aß.“

„Und er aß.“ In diesen drei Worten liegt die Wurzel allen Übels das auf dieser Erde geschieht, liegt die Tragik aller Schmerzen, aller Tränen, jedes verzweifelten Todesschreies. Die Übertretung des göttlichen Gebotes schleuderte den Menschen sofort und unnachsichtig aus dem ihn umschließenden Kreis der lebenerhaltenden Harmonie mit Gott hinaus in eine Welt des Widergeistes: in die Welt der Zerstörung.

Mit Adams Geisteshaltung ging alsbald dieselbe Wandlung vor sich. Beide fürchteten sich plötzlich vor Dem, der ihr Vertrauter gewesen war. Sie trachteten eiligst danach, ihr schlechtes Gewissen zu verstecken indem sie sich bekleideten; und als Gottes Stimme ruft, sucht Adam sofort sich zu rechtfertigen, indem er die Schuld zuerst auf seine Frau - und dann auf den Schöpfer selbst schiebt. Welch ein Sturz vom Licht in die Finsternis!

Seitdem liegt es in der Natur des unvollkommenen menschlichen Willens, immer zu wollen, und wenn er hat, was er will, mehr zu wollen. Und wenn er etwas weiß, mehr wissen zu wollen. Und wenn er etwas kann, mehr können zu wollen.

Durch die Maßlosigkeit zerstört der Wille sich selbst. Ein Stillstehen gibt es da nicht; der Menschengeist strebt ins Uferlose. Bereits ist ihm die Erde zu klein; er strebt nach den Planeten und greift nach den Sternen.

Dieser Drang ist titanisch oder verderblich. Zu einer Ruhe und Gewißheit kommt der menschliche Geist auf diesem Wege nicht. Wissen ist Macht, wie Geld und Ansehen. Dies alles aber ist nur Schein und Trug.

Schauen wir doch unsere heutige Situation an! Was ist los mit uns?
Übertritt nicht der Mensch täglich, stündlich, in jeder Minute und Sekunde Gottes Gesetze? Zerstört er nicht aus Selbstsucht und Geldgier, aus Machtansprüchen und Überheblichkeit diesen wunderbaren blauen Planeten, den der Schöpfer des Alls uns als Heimstätte zubereitet und zu treuen Händen übergeben hat?

Wer aber will dem Wahnsinn menschlich-unmenschlichen Handelns Einhalt gebieten? Wer unserer vielen Politiker, unserer großen und kleinen Machthaber, traut sich zu, Unvernunft, Haß und Zwietracht zum Stillstand zu bringen? Und wenn er sich traute - es würde ihm nicht gelingen.

Im Laufe unserer Geschichte haben schon viele großmütige und rechtdenkende Männer versucht, der Welt Frieden zu bringen. Ist es einem einzigen gelungen? Von diesem Standpunkt aus betrachtet, müßte man allen denen recht geben, die da sagen: der Mensch ist ein völliger Fehlschlag.

Ist er das? Ist er das wirklich? Im Verlauf dieser Betrachtung wird klarer werden, daß wir im allgemeinen viel zu kurz denken.

Doch zurück zur Frage nach dem Warum des Bösen, des Unheils und des Verderbens. Jeder denkende Mensch muß der Tatsache zustimmen: Wenn ich meinem Kind sage: laß die Finger weg vom Ofen; er ist heiß! Du wirst dich verbrennen! Das tut weh!, und das Kind tut es dennoch - dann bin nicht ich der Urheber seiner Brandblasen. Es gibt eine Menge Leute auf dieser Welt, die ganz genau über die Folgen ihres Tuns Bescheid wissen. Wenn sie an ihrem Eigenwillen, ihrer Unvernunft und Verantwortungslosigkeit zugrunde gehen und auch noch ihre Mitmenschen in dieses Drama hineinziehen (man denke nur an die vielen Verkehrs- und Drogentoten!) - wer hat den Mut, Gott die Verantwortung dafür zuzuschreiben?

Heißt es nicht in einem Wort des Apostels Paulus: „Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten! Denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten“? - Gal. 6:7

Und das ist zunächst einmal die Antwort auf die Frage: Warum ist so viel Elend in der Welt? Warum - wenn es einen Gott gibt?

Wir sind nun einmal keine Marionetten, keine vorprogrammierten Geschöpfe. Wir haben Eigenverantwortung zu tragen für unser Tun und Lassen und werden ernten (müssen), was wir gesät haben. Was indessen sagt unser Lebengeber zu diesem allen?

„Dies sind die Dinge, die ihr tun sollt: Redet die Wahrheit einer mit dem anderen; richtet der Wahrheit gemäß und fället einen Rechtsspruch des Friedens in euren Toren; und sinnet keiner auf des anderen Unglück in euren Herzen, und falschen Eid liebet nicht; doch liebet die Wahrheit und den Frieden.“ - Sach. 8:16,17,19b

Richten wir uns danach? H ö r e n wir überhaupt auf Gottes Wort? Wenn es so wäre - unsere Welt stünde nicht am Abgrund der Selbstvernichtung.

So bleibt zunächst die harte Anklage gegen das menschliche Geschlecht in Raum und Zeit bestehen (auch wenn es unter ihm Gütige, Aufopferungsvolle und Selbstlose gibt): „Siehe, die Hand Jhwh's ist nicht zu kurz, um zu retten, und sein Ohr nicht zu schwer, um zu hören; sondern eure Missetaten haben eine Scheidung gemacht zwischen euch und eurem Gott; und eure Sünden haben Sein Angesicht vor euch verhüllt, daß er nicht hört. Denn eure Hände sind mit Blut befleckt und eure Finger mit Ungerechtigkeit; eure Lippen reden Lüge, eure Zunge spricht Unrecht.... Man vertraut auf Nichtigkeit und redet Falschheit; man ist schwanger mit Mühsal und gebiert Unheil.“ (Jes. 59:1-4) Wer will dem widersprechen?

Vom Sinn des Lebens


Nein, die Schöpfung „Mensch“ ist kein Fehlschlag. Man vergißt zu leicht, daß eine Schöpferkraft am Werke ist, deren Allmacht und Allweisheit, vor allem aber deren Liebe menschliches Begriffsvermögen bei weitem überragen.

Gott macht keinen Fehler.

Was aber, so fragt man sich nun, ist dann der Sinn unseres Lebens? Wir Menschen haben Gottes Wege verlassen; die meisten sind in die Gottentfremdung gegangen. Wir haben Unrecht gesät - und ernten Unheil. Was nun?

Unsere Söhne, unsere Töchter - sie gehen, wenn sie in ein gewisses Alter kommen, eigene Wege, und diese Wege sind oft sehr zu ihrem Nachteil. Einige von ihnen finden wieder in ein „normales“ Leben zurück, andere nicht. Was können wir tun? Nichts. Wir müssen sie ihre Erfahrungen machen lassen und hoffen, daß sie daraus lernen.
Auch Gott tut vorläufig nichts anderes.

Wir schicken unsere Kinder in die Schule, damit sie tüchtig werden für dieses Leben. Die Schulzeit ist für die meisten unserer Sprößlinge nicht unbedingt ein Vergnügen; wie oft stöhnen sie unter der Last ihrer Aufgaben.

Auch der Allmächtige läßt seine Menschenkinder durch eine Schule gehen: durch die Schule der Erfahrung mit dem Bösen. Diese Lektion ist hart, sehr hart, und noch ist in vielen Fällen unverständlich, warum diese Schulung so bitter schwer sein muß. Zu gegebener Zeit werden wir es wissen.

Die Schule unseres Lebens soll uns lehren, das Böse derart zu verabscheuen, daß wir für alle Ewigkeit kein Verlangen mehr danach verspüren.

Weil die Welt aber das Gute (noch) nicht kennt, jagt sie ständig weiter nach dem, was ihr als „gut“ und angenehm vorgegaukelt.wird.

Es gibt da ein Wort in der Bibel, das den Suchenden sehr zum Nachforschen anregen kann. ,,Gott will“ ,heißt es, „daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1. Tim. 2:4) Wenn Gott etwas will, dann geschieht das auch; man weiß nur nicht, wann und wie. Aber gerade auch dieses Wort läßt doch schon ein Licht sehen in der Finsternis und Ausweglosigkeit unserer Lage. Die Frage: „WIE errettet Gott?“, liegt am nächsten.

Das Lösegeld

Hast Du schon einmal von einem „Lösegeld“ gehört? Nein? Es wird leider wenig davon geredet. Und dennoch ist dieses Wort - oder dieser Begriff - das Wichtigste des ganzen Erlösungsratschlusses Gottes.

Was ist ein Lösegeld? Da wird doch - wie das Wort aussagt - etwas gelöst; gelöst, was gebunden war. Und für dieses Lösen wird ein Preis bezahlt.

Wer sollte „gelöst“ werden? Wiederum müssen wir auf die Schöpfungsgeschichte zurückgreifen. War es nicht Adam, der erste Mensch, der durch Zuwiderhandeln gegen Gottes Mahnung in die Abhängigkeit des Todes geriet? Sitzen nicht alle seine Erben, wir alle, in demselben „Gefängnis?“

Und da ist einer gekommen, der hat etwas getan, damit zu gegebener Zeit dieses schreckliche Sterben ein Ende hat. Aber wie wenig wird das beachtet. Der Tod wird, weil wir an ihn gewöhnt sind, als etwas „Natürliches“ betrachtet. Kaum einer weiß, daß er - von Gottes Standpunkt aus - völlig unnatürlich ist.

Lesen wir nun noch einmal das oben angeführte Wort in seiner ganzen Länge: „Er (Gott) will ja, daß a11e Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es gibt (für alle Menschen und Völker) nur einen Gott, und es gibt auch nur einen Mittler zwischen Gott und Menschen: das ist der Mensch Christus Jesus, der sich für al1e zum Lösege1d dahingegeben hat.“

Wer von uns Heutigen, die sich Christen nennen, macht sich wohl ernsthafte Gedanken über die Erlösungstat Jesu Christi? Im Religionsunterricht wurden wir zwar gelehrt, daß Jesus für unsere Sünden starb und daß er uns erlöst hat. Wer aber war dieser Jesus von Nazareth? Wieso konnte er die Menschheit erlösen? Erlösen - von was? Und was ist das Resultat dieser Erlösung?

Sind dies nicht Fragen, über die sich - zumindest ein gläubiger Mensch -Gedanken machen sollte?

Gott Will, daß alle Menschen gerettet werden. Tat es Ihm leid, das Todesurteil gefällt zu haben?

Es wäre gegen jede Vernunft, vom Schöpfer aller Dinge zu erwarten, daß er gerade den Faktor, der sein Werk zu zerstören droht, ewig am Lehen erhält. Doch, schon vor Grundlegung der Welt schuf der Allweise in seinem Vorhaben den Weg, der letzten Endes seiner irdischen Schöpfung zum ewigen Leben gereichen wird:

Er sandte einen Loskäufer für den Übertreter, einen, der bereit war, einen kostbaren Preis zu bezahlen, damit der Sünder aus dem Gefängnis des Todes in eine neue Freiheit des Lebens entlassen werden kann.

Wie hoch war der Preis?

Da bei Gott nichts geschieht, was nicht auf der Grundlage seiner vollkommenen Gerechtigkeit fußt, dürfen, ja, müssen wir uns fragen: auf welcher Rechtsgrundlage konnte das geschehen?

Die Bibel erklärt es ganz genau. Gott gab seinem Volke Israel ein Gesetz, und zwar aus einem ganz bestimmten Grund. Dieses Gesetz war vollkommen und gerecht, da es ja von Gott ausging. In diesem Geserz gibt es einen „Paragraphen“, der, wenn man es so nennen darf, die Preisvorschrift für Schuldentilgung enthält. Wir wollen sie lesen. Sie steht geschrieben im 2. Buch Mose Kap. 21:31: „Wenn aber Schaden geschieht, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß“, usw. Stets ein gleichwertiger Gegenwert.

„Wenn aber Schaden geschieht ...“. Durch den Vertrauensbruch des ersten Menschen geschah für alle Glieder der Menschenfamilie unübersehbarer, entsetzlicher Schaden. Ein fehlerfreies, wunderbares, Gott wesensgleiches Menschenleben wurde durch die Sünde verpfuscht und verdorben; es war nicht mehr lebensfähig für die Ewigkeit. Der Gerechte (Adam) wurde zum Ungerechten - untragbar für ein harmonisches Zusammenleben in Gemeinschaft mit Gott.

Ein vollkommenes, gerechtes Leben war verwirkt worden, und nur ein vollkommenes, gerechtes Leben konnte als Gegenwert gegeben werden. Auch das im Urtext gebrauchte griechische Wort für „Lösegeld“ drückt die Gleichwertigkeit des Kaufpreises aus.

Wer kam als Löser in Frage?

Konnte ein Nachkomme Adams den Verurteilten lösen? Nein! „Den Bruder loszukaufen vermag ja doch kein Mensch, noch an Gott das Lösegeld für ihn zu zahlen“, heißt es in Psalm 49:7; denn: „Da ist kein Gerechter, auch nicht einer“ unter dem adamischen Menschengeschlecht - Röm.3:10

Konnte eines der herrlichen Geistwesen lösen, von denen die Heilige Schrift uns einige Andeutungen macht? Auch das nicht. Der Preis wäre zu hoch gewesen. Lösen konnte, nach göttlicher Rechtsgrundlage, nur ein Mensch, der so fehlerlos und gerecht war wie Adam, bevor er sich gegen Gottes Vorkehrungen stellte.

Leben um Leben

„Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, geboren unter Gesetz.“ - Gal. 4:4

Wer war Jesus von Nazareth? Unzählig viele Vermutungen und Gedankengänge sind um seine Person in die Welt gesetzt worden. Als Resultat all dieser Erwägungen aber muß gesagt werden: Viele glauben an Gott, aber sie glauben nicht, was er uns zu sagen hat.

Wer das Wort Gottes, ohne Eigenes hineinlegen zu wollen, ernsthaft erforscht, kann nur zu dem Ergebnis kommen: Jesus von Nazareth war ein vollkommener Mensch ohne Sünde, ohne Fehler, ohne Makel; ein Sohn Gottes wie Adam, bevor dieser sündigte. Er wurde als Jude geboren, mußte als Jude geboren werden, weil dieses Volk allein jenes göttliche Gesetz besitzt, das da sagt: „Meine Satzungen und meine Rechte sollt ihr beobachten, durch welche der Mensch, wenn er sie tut, leben wird.“ - 3. Mos. 18:5

Jesus hielt dieses Gesetz in seiner ganzen Tragweite als einziger Jude, der je unter Gesetz gelebt hat. Denn in der Zusammenfassung aller seiner Gebote und Vorschriften lautet es: „Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst.“ - Luk. 10:27; Mar. 12:28-34

Überlegen wir, welche Konsequenzen aus einer tadellosen Befolgung jener Gebote erwachsen würden! Läge hier nicht das Ende a11er unserer Probleme?

Jesus liebte seinen Himmlischen Vater über alles - und uns Menschen mehr als sich selbst. Nach göttlichem Recht stand ihm ewiges Leben zu, solange er nicht gegen das Gesetz verstieß. Er selbst bestätigt die Gültigkeit des Gesetzes in der Begebenheit, die im Evangelium des Lukas und des Markus, wie schon genannt, aufgezeichnet ist.

Und dieses ihm zustehende vollkommene menschliche Lebensrecht gab Jesus aus freiem Willen als Lösegeld für Adam, den Urvater aller Menschen.

Er trat somit an die Stelle des Sünders; er zahlte den Preis seines gerechten Lebens für das verwirkte Leben des Ungerechten. Er gab seine eigene Gerechtigkeit dahin, um den Ungerechten damit zu bedecken - ihn zu LÖSEN.

Haben wir nicht für diesen Vorgang, für diese Rechtsgrundlage ein beredtes Beispiel, (eine kleine Vor-Erfüllung), im Gerichtsverfahren gegen Jesus? Dafür, daß Pilatus den Unschuldigen, den Herrn, kreuzigen ließ, wurde der Verbrecher, Barrabas, in Freiheit gesetzt!
Adam ist nun freigesprochen von der Sünde. Jesus hat dessen Schuld bezahlt; und mit dem Freispruch des Erblassers ist auch dessen gesamte Nachkommenschaft vom Todesurteil gelöst.

Ist das zu einfach dargestellt? Sicherlich. Da gibt es für den Nachdenklichen noch viele offene Fragen, viele Rätsel. „Zu einfach“ aber ganz besonders im Hinblick auf die einmalige Größe dieses Opfers, dessen - man sollte meinen - diese Welt nicht wert war.
Gott aber ist sie so lieb und wert, daß er sein Liebstes gab, um sie zu erretten. Es ist zwar nicht die Welt des Bösen, die er liebt, sondern die Welt die er gewollt hat und die infolge des Lösegeld-Opfers Jesu mit Sicherheit kommen wird. „Denn so sehr liebt Gott die Welt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe.“ - Joh. 3:16
Es ist unmöglich, alle aus dieser knappen Darlegung entstehenden Fragen in der vorliegenden Studie zu beantworten. Dem Wissensdurstigen stehen Betrachtungen über weitere Themen bei unserem Verlag zur Verfügung. E-mailanfrage genügt. Denn das Wort Gottes beantwortet alles in logischer Weise, was die Frage nach unserem Woher und Wohin betrifft.

Auferstehung aus den Toten?

Glauben Sie an die Auferweckung aus den Toten? Eine Testumfrage ergab nur noch wenige bejahende Antworten. Dann wären es aber auch nur noch wenige, die einen christlichen Glauben haben; denn die Auferweckung aus den Toten ist ja das Resultat von Jesu Erlösungswerk.
Wie ist es nur möglich, daß die größte Liebestat aller Zeiten derart in das Reich der Fabeln zurückgedrängt wurde? Freilich - es ist nicht ganz einfach für uns kurzlebige Menschen, nun schon fast 2000 Jahre auf das große Wunder zu warten. Jesus starb, der Sünder ist erlöst, aber noch ist keiner aus dem Tode zurückgekehrt.

Keiner? Doch! Einer ist zurückgekehrt! „Ich war tot , und siehe, ich bin lebendig in die Zeitalter der Zeitalter.“ Das sagt der, der am Kreuz für uns alle starb. - Off. 1:18

Glauben wir den Aussagen der Heiligen Schrift? Glauben wir dem Wort der Apostel und Jünger Jesu, die Zeugen seiner Auferstehung gewesen sind? Es ist unsere ganz persönliche Entscheidung. Ohne Auferweckung aus dem Todeszustand allerdings wäre unser Leben jetzt, hier, heute und gestern ohne jeden Sinn. Ohne eine Wiederbringung aus dem Tode wäre auch die Erfahrung mit dem Bösen, die wir in diesem Leben durchmachen, zu nichts nutze. Ob wir dann die paar Jahre auf dieser Erde existieren oder nicht, wäre völlig gleichgültig.

Aber Jesus Christus lebt. Unser Loskäufer hat für uns bezahlt; die ganze Menschheit gehört ihm, und er wird sie zur gegebenen Zeit zu neuem Leben erwecken und zu Gott zurückführen. Im Evangelium des Johannes lesen wir:

„Wundert euch darüber nicht, denn es kommt eine Stunde, in der alle , die in den Gräbern sind, seine (Jesu) Stimme hören und hervorkommen werden.“ - Joh. 5:28

Es sind Jesu eigene Worte.

Und in seinem 1. Brief schreibt Johannes (Kap. 2:2): „Und er (Jesus Christus) ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“ Dazu bezeugt die Schrift an anderer Stelle (1. Kor. 15:21,22): „Denn wie durch einen Menschen der Tod kam, so auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn gleichwie in dem Adam al1e sterben, also werden auch in dem Christus al1e lebendig gemacht werden.“ Diese Grundwahrheit des christlichen Glaubens wird auch noch an verschiedenen anderen Stellen des Wortes Gottes bezeugt.

„Dein Reich komme!“

Seit 2000 Jahren beten Christen: „Dein Reich komme.“ Heute weiß kaum noch einer, was für ein Reich dies sein soll. Auch der Gedanke, ewig auf der Erde zu leben, ist den meisten so unvorstellbar, so fremd, daß sie diese Möglichkeit schon längst aus ihrer Glaubensvorstellung entfernt haben.

Der Grund für diese Entfremdung ist die mangelhafte und falsch dargestellte Verkündigung dieses Reiches, dem Gottes Schöpfungsgedanke als beglückendes Endziel zugrunde liegt. Weit über hundert Mal ist von diesem Reich im Buch der Bücher die Rede. Im Laufe der Jahrhunderte aber haben sich die Konturen dessen, was die Schrift von diesem „Reich“ aussagt, merklich verwischt. Übriggeblieben ist ein unklares Bild, das dem denkenden Menschen keine feste Grundlage für seinen Glauben bietet.

Das „Vaterunser“ wird zwar noch immer gebetet, doch bittet man, indem man spricht:

„Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auch auf der Erde“,

um etwas, worunter man sich nichts mehr vorstellen kann - und an das man gar nicht glaubt.

Wiederherstellung aller Dinge

Was sagt die Bibel über das Reich Gottes? Viel, sehr viel! Am reichsten sind die Darstellungen in den Büchern der Alten Propheten, während das Neue Testament eine der präzisesten Deutungen gibt. Wir finden sie in der Apg. 3:21.

Hier spricht der Apostel Petrus von „Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von welchen Gott durch den Mund seiner Propheten von jeher geredet hat“. Durch diese Worte wird zunächst einmal bezeugt, daß Gott von diesem Thema schon immer geredet hat. Was aber soll wiederhergestellt werden?

Da müssen wir zuerst fragen: Was wurde zerstört? Was ging verloren? Die Antwort ist einfach. Durch die Sünde zerstört wurde das Ebenbild Gottes im Menschen, verloren ging dadurch dessen Anrecht auf ewiges Leben, und der Fluch der Vergänglichkeit traf die ganze Erde.

Das alles soll wiederhergestellt werden!

Jesus Christus ist es, der als Mitt1er zwischen Gott und der aus dem Tode ins Leben zurückkehrenden Menschheit auftritt, um sie mit ihrem Schöpfer zu versöhnen und die zerstörte gottgewollte Vollkommenheit wieder aufzubauen. Es wird, wie der Apostel Petrus und der Prophet Jesaja sagen, „neue Himmel und eine neue Erde“ geben, „in welchen Gerechtigkeit wohnt“. - 2. Pet. 3:13

„Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde, und der früheren wird man nicht mehr gedenken, und sie werden nicht mehr in den Sinn kommen“, (man wird sich nicht nach ihnen zurücksehnen), „sondern freue t euch und frohlocket für und für über das, was ich schaffe!“ -Jes. 65:17;18a

Wir können die ganze Bibel durchforschen und werden immer und immer wieder die Verheißung auf diese große Freude antreffen, die Gott für die Menschen bereithält. „Himmel“ sind in der Bildersprache der Heiligen Schrift Darstellungen für die geistige Welt des Menschen - seine Gedanken, seine Vorstellungen, seine Anbetung, während „Erde“ ein Symbol für die materielle Ordnung (oder Unordnung) ist, die der Mensch sich auf unserem Planeten schafft. Es wird also kein neues Weltall geben, und auch keinen neuen Planeten Erde. Der Herr wird verhindern, daß wir unseren Lebensbereich völlig zerstören. (Lies Mat. 24:21,22) Was sich ändern wird, ist der Geist, die Gesinnung, die die Gedanken und Herzen regiert.

Wir brauchen nicht noch einmal darauf zurückzukommen, daß die Welt, in der wir leben - die geistige und die materielle - vom Widergott regiert wird. Aber diese böse Welt hat keinen Bestand; sie kann keinen Bestand haben; sie zerstört sich selbst.

„Gott will“

„Gott will, daß alle Menschen errettet werden... .“ Die Voraussetzung für diese Errettung ist, wie schon gesagt, bereits geschaffen. Warum sie noch nicht zur Ausführung kam, warum bis heute noch alle Menschen sterben, ist wieder ein anderes großes Thema und ein weiterer Zug im Erlösungsratschluß Gottes, der besonders erklärt werden müßte.

Gott will aber auch, „daß alle (Geretteten) zur Erkenntnis der Wahrheit kommen!“ Wer kennt in unserer Welt der Verwirrungen den einigen (nicht dreieinigen) lebendigen Gott? Wer kennt die Wahrheit über Ihn, Seinen Sohn und Sein großes Vorhaben mit den Menschen so, wie die Bibe1 lehrt? Es sind wenige. In den Glaubensgebäuden der Menschen kursieren z. T. entsetzliche Vorstellungen vom „jüngsten Gericht“ oder von „ewiger Verdammnis“, von „Fegefeuer“ und „Feuerhölle“, in denen die sogenannte „unsterbliche Seele“ nach dem Tode des Leibes Schreckliches zu leiden hat.

Diese Lehren, die sich im Laufe der Jahrhunderte in die frohe Botschaft Jesu Christi eingeschlichen haben, entehren Gott und sind mit der Wahrheit des göttlichen Wortes nicht vereinbar. Aber „die Erde wird voll werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken.“ - Hab. 2:14; Jes. 11:9

„Und sie alle werden von Gott gelehrt sein“, bezeugt der Apostel Johannes. (Joh. 6:45) Was bezweckt Gott mit dieser Belehrung? Gott ist gerecht! Alle Nachkommen Adams wurden, mit dem sündigen Erbe ihres Urvaters belastet, in diese Welt hineingeboren; keiner hatte bisher die Gelegenheit, sich als Makelloser zu bewähren. Der erste Mensch hat in seinem vollkommenen Zustand noch Gottes Güte erkannt; aber schon sein erster Sohn konnte nur noch die Erfahrung mit dem Bösen machen.

Im Anfang der Menschheitsgeschichte steht der Brudermord. Kein einziger nach Adam (außer Jesus Christus) hat je die Güte Gottes in ihrer ganzen vollkommenen persönlichen Auswirkung kennengelernt.
Durch den kostbaren Preis, den der Sohn Gottes bezahlte, kehrt die Menschheit aus dem Tode wieder und erhält nun die Gelegenheit, das Gute erkennen zu lernen, es zu lieben und es zu ergreifen: ein Weg des Umlernens, der ins ewige Leben führt! Das ist ihr Gericht!

Das falsche und leider so erschreckende Bild vom „jüngsten Gericht“ das durch mißverstandene Auslegungen in den Vorstellungen der Christenheit entstanden ist, hat anstatt Trost nur Furcht verbreitet. Das griechische Wort für „Gericht“ heißt „krisis“. Wir wissen, was eine Krise bedeutet. Sie ist der Scheidepunkt zwischen Leben und Tod. Eine „Entscheidung“ also. Das Wort bedeutet aber auch „Zurecht-Rückung“, „Prüfung“.

Diese wunderbare Zeit der Wiederaufrichtung des von Gott abgefallenen Menschengeschlechts, verbunden mit der Rückkehr aus den Toten und des Gebunden-Seins der Macht des Bösen, verspricht für a11e, die sich nach Gerechtigkeit und Frieden sehnen, eine heute noch unvorstellbare Freude zu werden.

Dann wird Gott sprechen: „Habe ich irgendwie Gefallen an dem Tode des Gesetzlosen? Nicht vielmehr daran, daß er von seinem Wege umkehre und 1ebe?“ (Hes. 18:23) Gott ist es, der prüft; aber erst, nachdem eine volle Erkenntnis sowohl des Bösen als auch des Guten erlangt worden ist.

DANN kann der Mensch wählen und sich frei entscheiden, ob er Gottes Gesetze befolgen will - oder nicht.

NICHT JETZT findet das Gericht jedes einzelnen statt. Sollte Gott ungerechter sein als der (ungerechte) Mensch? In welchem Beruf würde jemals eine Eignungsprüfung abgelegt werden können, bevor der Prüfling nicht über alle einschlägigen Gebiete umfassend belehrt worden wäre? So haben kein Mensch und keine Institution das Recht, auch nur irgendeinen der Mitmenschen in die „ewige Verdammnis“ oder gar den „zweiten Tod“ zu verurteilen. Gott hat das ganze Gericht seinem Sohne gegeben. (s. Joh. 5:22) Nur einer wird der Richter sein, der zu erretten und zu verderben vermag. (s. Jak. 4:12) „Du aber, wer bist du, daß du den Nächsten richtest?“ - ebenda.

Keiner von uns Menschen wird fähig sein - trotz aller Bemühungen, die Probleme unserer verfahrenen Weltlage zu lösen. Nur Einer kann es: Gott, der Allmächtige, Schöpfer Himmels und der Erde! Und Er wird es tun -durch Jesus Christus, seinen geliebten Sohn, vor dessen Liebe und Größe wir alle einmal in Dankbarkeit die Knie beugen werden.


„Saget unter den Nationen: der HERR, unser Gott, regiert! Auch steht der Erdkreis fest, er wird nicht wanken. Er wird die Völker richten in Geradheit.

Es freue sich der Himmel, und es frohlocke die Erde! Es brause das Meer und seine Fülle! Es frohlocke das Gefilde und alles, was darauf ist! Dann werden jubeln alle Bäume des Waldes vor dem HERRN; denn er kommt, denn er kommt, die Erde zu richten.

Er wird den Erdkreis richten in Gerechtigkeit und die Völker in seiner Treue.“ Ps. 96:10-13


„Der HERR hat kundgetan seine Rettung, vor den Augen der Nationen seine Gerechtigkeit.
Und alle Enden der Erde haben die Rettung unseres Gottes gesehen.“
- Ps. 98:2,3


„Und die Herrlichkeit Gottes wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird sie sehen.“
-Jes. 40:5
Dann wird auch die Bitte in Erfüllung gehen: „Dein Wille geschehe auf Erden , wie er im Himmel geschieht.“ Denn Gott wird jede Träne von den Augen seiner Menschenkinder abwischen, „und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste (die jetzige Erfahrung mit dem Bösen) ist vergangen. Schreibe, denn diese Worte sind gewiß und wahrhaftig.“ - Off. 21:4,5

Was also ist der Sinn unseres Lebens?

Die Erkenntnis Gottes ist dieser Sinn! Die Erkenntnis seiner Liebe und seiner Gerechtigkeit - und die Konsequenzen, die wir aus diesem Wissen ziehen. „Darin besteht aber das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ - Joh. l7:3

Wir sind von Gott ausgegangen - und wir dürfen in seine Gemeinschaft zurückkehren. In Adam hat er uns alle geschaffen. Gott schuf den Menschen aus Liebe, damit er in Liebe lebe, und nicht in Haß; er hat ihn geschaffen, daß er Gutes tue, und nicht Böses, und daß er in Weisheit und Gerechtigkeit seinen Lebensraum verwalte.

Die Zulassung des Bösen ist eine Lektion, die wir lernen müssen . Wir müssen am eigenen Leibe erfahren, daß die Zuwendung zur Sünde ein Betrug ist, daß Ungerechtigkeit und Selbstsucht niemals unsere Wünsche nach Glück und Frieden erfüllen können. Nur Gerechtigkeit und Liebe werden uns in die Nähe Gottes zurücktragen und uns ewiges Leben und ewiges Glück sichern; aus dem einfachen Grunde, weil Liebe nicht zerstört, sondern belebt und erhält.

Vergessen wir auch nie, daß Gott für uns sein Liebstes geopfert hat! Das Leiden und Sterben seines Sohnes hat den Beweis gebracht, daß es nichts Mächtigeres gibt als Liebe. Er hat gelitten, damit wir eine Gelegenhett zur Rückkehr aus dem Tode haben - damit wir, geschult durch das furchtbare Erlebnis mit den Auswirkungen der Sünde, aufgeschlossen werden für die Gabe ewigen Lebens, die der Himmlische Vater in Jesu Christo allen Menschen anbieten wird.

Das ist die Wahrheit (Joh. 18:37b),
die frohe Botschaft (Luk. 2:10)
die das Wort Gottes für uns bereithält. (4. Mo. 23:19)